Prototypen und Vorserienloks


Die ersten Prototypen der Leistungsgruppe II

Von den ersten Prototypen blieben zumindest zwei Speicherloks museal in Bochum und Nördlingen erhalten. Ks 4013 (links) und Ks 4015 (rechts).
Im Jahr 1930 wurden die ersten Prototypen an die DRG geliefert, an deren Bau gleich vier Hersteller beteiligt waren. Die Kleinloks orientierten sich baulich an den 1927 von der BMAG an die Niederländische Staatseisenbahn-Gesellschaft gelieferten Schleppfahrzeugen. Die erstgebauten Kleinloks der Lg II besaßen wie die ersten Lg I einen durchgehenden Längsrahmen und einen mittig angeordneten Führerstand. Die Kleinloks wurden von außen bedient, wobei der Bediener auf seitlich angeordneten Trittbrettern stehen musste.

Bei den ersten im Jahr 1930 gelieferten Kleinloks wurde noch das ursprüngliche Bezeichnungsschema genutzt. Im untenstehenden Kasten sind die ersten an die DRG gelieferten Loks aufgeführt.

A 6000 - A 6003 
V 6004 - V 6006 
V 6007 - V 6009 
V 6010 - V 6012 
V 6013 - V 6015 
- AEG => Ks 4012 - Ks 4015
- BMAG => Kb 4000 - Kb 4002
- BMAG => Kö 4003 - Kö 4005
- Deutz => Kö 4006 - Kö 4008
- Windhoff => Kö 4009 - Kö 4011

1931 legte die DRG fest, dass sämtliche Kleinlokomotiven durch den Stammbuchstaben K (= Kleinlok), ergänzt um einen Index, der die Art des Antriebes kennzeichnen soll, bezeichnet werden sollten. Die Kleinloks der Lg II sollten Ordnungsnummern aus dem Bereich 4000 - 9999 erhalten. Die Versuchlokomotiven von 1930 wurden daraufhin wie im Kasten dargestellt umgezeichnet.

Lange im Bestand der DRG halten konnten sich die Protoypen indes nicht. Bereits in den Jahren 1935/1936 wurden die Loks ausgemustert, größtenteils aber noch als Geräte oder Schleppfahrzeuge in den Werken der DRG bzw. der DRB, wie die Staatsbahn seit dem 02.02.1937 bezeichnet wurde, weiterverwendet.


Verbesserungen und weitere Vorserienloks

Auf dem Weg zur Einheitskleinlok: Kb 4044 von BMAG (nach Umbau) und Kö 4052 von Krauss-Maffei.
Im Jahr 1931 entschloß sich die DRG, eine weitere Kleinserie von Kleinloks der Lg II zu bestellen. Insgesamt wurden noch im selben Jahr 21 Kleinloks an die DRG geliefert. Die Loks der zweiten Serie unterschieden sich deutlich von den Prototypen. Nach Vorgaben der Hauptverwaltung der DRG wurden diese Loks mit einem weitgehend ausgebauten Führerhaus versehen. Das Führerhaus wurde zur Verbesserung der Übergangsmöglichkeit von einer Fahrzeugseite zur anderen an ein Fahrzeugende verlegt, der Rahmen gleichzeitig tiefer ausgeschnitten.

Kb 4016 - Kb 4020 
Kö 4021 - Kö 4025 
Kb 4026 - Kb 4031 
Kö 4032 - Kö 4036 
Kb 4040 - Kb 4044 
Kb 4045 - Kb 4049 
Kb 4050 - Kb 4059 
Kb 4060 - Kb 4064 
- BMAG / 1931
- Deutz / 1931
- Orenstein & Koppel / 1931
- Jung / 1931
- BMAG / 1932
- Orenstein & Koppel / 1932
- Krauss-Maffei / 1932
- Orenstein & Koppel / 1932

Die Lieferungen des Jahres 1931 sind aus der nebenstehenden Tabelle ersichtlich.

Auch die 1932 gelieferten Kleinloks der Lg II waren noch als Versuchsfahrzeuge auf dem Weg zur Einheitskleinlok anzusehen. Beteiligt waren bei dieser Vorserie die Firmen BMAG, Orenstein & Koppel und Krauss-Maffei. Die Loks der BMAG entsprachen weitgehend den 1931 beschafften Kb 4016 – 4020. Die von Krauss-Maffei gelieferten Kleinloks bewährten sich nicht und wurden schon nach kurzer Zeit ausgemustert.


Exkurs: Übernahme von drei Fremdloks

Ebenfalls 1931 wurden drei weitere Kleinloks in den Bestand der DRG eingereiht. Bei Kb 4037 handelt es sich um einen bereits 1930 von Windhoff gebauten Schlepper vom Typ LV 110 II, der im Bezirk Münster erprobt wurde. Kb 4038 und 4039 gehörten zu einer ebenfalls 1930 gebauten Serie von Breuer-Schleppern des Typs III. Warum zwei von ihnen als Kleinlok eingereiht wurden, ist heute nicht mehr bekannt. Die beiden Breuer-Schlepper wurden bereits 1935 wieder ausgemustert und als Geräte weiter verwendet.

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