Nach der Beschaffung der ersten Kleinlokomotiven im Jahr 1930 wurde im Folgejahr erstmals die Leistungsgruppe I für die Kleinloks mit der geringsten Leistung festgelegt. Die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft ordnete hier zunächst Kleinloks mit einer Motorleistung bis einschließlich 39 PS ein. Erst 1956 wurde durch die Deutsche Bundesbahn die Obergrenze für die Lg I auf 50 PS angehoben. Praktische Auswirkungen hatte dies jedoch nicht, insbesondere erfolgte keine Umzeichnung einer Lg I in den Nummernkreis der Lg II.
Für die DRB waren die Kleinloks der Lg I für einfachste Rangiertätigkeiten auf Bahnhöfen vorgesehen. Auf Grund des geringen Gewichts der Lok ergaben sich Probleme beim Auslösen der Schienenkontakte für die Signalsteuerung. Daher waren die Kleinloks der Lg I nur für den Rangierdienst in Bahnhöfen zugelassen und durften nicht auf Streckenfahrt gehen. Dies änderte sich erst mit der verstärkten Einheitsbauart 1935, die den Vorgaben der BO entsprachen und auch im Streckendienst verwendet werden durften.
In den Jahren 1931 bis 1934 wurden insgesamt weitere 101 Kleinloks der Leistungsgruppe I geliefert, die allesamt noch als Vorserienloks bezeichnet werden können. Eine erste Vereinheitlichung hin zu einer Einheitskleinlok ergab sich mit der 1934 gelieferten Kö 0080, welche als erste Einheitskleinlok der Leistungsgruppe I angesehen werden kann. Ihr folgten noch weitere 185 Einheitskleinloks, wobei man nicht unerwähnt lassen sollte, dass diese sich auf immerhin drei Unterbauarten verteilten.
1938 endete die Beschaffung der Kleinloks der Lg I durch die DRB. Aufgrund der geringen Leistung ergaben sich für die Kleinloks nur wenig wirtschaftliche sinnvolle Einsatzmöglichkeiten.
In den Jahren 1939 bis nach dem Zweiten Weltkrieg wurden einige Loks von Dritten durch die Deutsche Reichsbahn (DRB) bzw. deren Nachfolgebahnen übernommen und den Lg I zugeordnet. Bei der Deutschen Reichsbahn der DDR verblieben bis auf Kö 0291 (an DB) die Loks Kö 0290 - Kö 0304, die DB ordnete die von ihr übernommenen Loks unter den Nummern Kö 1000 - Kö 1009 ein. Bei allen Loks handelte es sich um Industrietypen, die sich stark von den Einheits-Kö I unterschieden. Wegen der unwirtschaftlichen Ersatzteilhaltung wurden sie innerhalb kurzer Zeit wieder ausgemustert.
Nach dem Krieg wurden weder durch die Deutsche Reichsbahn noch durch die Deutsche Bundesbahn weitere Kleinloks der Lg I weiterbeschafft. Das Zeitalter der Computernummern erlebten bei der DR noch 41 Maschinen, die offiziell ab 01.06.1970 als Baureihe 100.0 bezeichnet wurden. Dabei handelte es sich ausnahmslos um Einheitskleinloks, wobei alle drei Serien (E 1934, vE 1935 und vE 1936) vertreten waren.
Die Deutsche Bundesbahn zeichnete bereits zum 01.01.1968 noch 49 Kleinloks der Lg I in die neue Baureihe 311 um. Bei der DB waren es jedoch nur Maschinen der verstärkten Einheitsbauarten 1935 und 1936, alle anderen, älteren Typen wurden bereits in den 1960er-Jahren ausgemustert.
Notiz: Seite zu den erhaltenen Lg I noch erstellen. (Erstaunlich viele dieser Loks blieben aber bis heute erhalten: Die Liste in der Rubrik »Museumsloks« gibt genauere Auskunft.)Zurück zur ◀ Beschaffung 1930
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