1930 wurden die ersten Aufträge zur Konstruktion und Lieferung von Rangierschleppern vergeben. Von fünf Herstellern wurden insgesamt 18 Fahrzeuge bezogen. Die Kleinloks orientierten sich baulich an den 1927 von der BMAG an die Niederländische Staatseisenbahn-Gesellschaft gelieferten Schleppfahrzeugen. Die erstgebauten Kleinloks besaßen einen durchgehenden Längsrahmen und einen mittig angeordneten Führerstand. Die Kleinloks wurden von außen bedient, wobei der Bediener auf seitlich angeordneten Trittbrettern stehen musste. Die Bedienelemente waren somit auf beiden Seiten der Kleinlok vorhanden. Damit der Bediener während der Fahrt die Seite wechseln konnte, musste der Rahmen an einer Stelle tiefer ausgeschnitten werden.
Die laufende Nummer der Fahrzeuge begann ab 6000. Vorangestellt war ein A für Akkumulatorenbetrieb bzw. ein V für Verbrennungsmotor. Eine Einteilung in Leistungsstufen fand zunächst noch keinen Eingang in das Bezeichnungsschema.
Vier Fahrzeuge (A 6000 - A 6003) waren elektrisch angetrieben und bezogen ihre Energie aus mitgeführten Akkumulatoren; drei Fahrzeuge (V 6004 - V 6006) erhielten Benzinmotoren. Der Rest (V 6007 - V 6017) verfügte über Dieselmotoren. Zur Kraftübertragung verwendeten die Herstellerfirmen Deutz und BMAG Ketten, während Windhoff einen Stangenantrieb bevorzugte.
Die Fahrzeuge erhielten zudem - analog zu den Dampflokomotiven - eine Gattungsbezeichnung beginnend mit dem Gattungsbuchstaben "G". Diesem folgte die Anzahl der angetriebenen Achsen, die Anzahl der Achsen insgesamt sowie durch einen Punkt getrennt die durchschnittliche Achslast der angetriebenen Radsätze in Tonnen.
| Betriebsnummer | Lieferer | Gattungszeichen | Nummer ab 1931 |
|---|---|---|---|
| A 6000-6003 | AEG | G 22.6 | Ks 4012-4015 |
| V 6004-6006 | BMAG | G 22.6 | Kb 4000-4002 |
| V 6007-6009 | BMAG | G 22.6 | Kö 4003-4005 |
| V 6010-6012 | Deutz | G 22.6 | Kö 4006-4008 |
| V 6013-6015 | Windhoff | G 22.8 | Kö 4009-4011 |
| V 6016-6017 | Fürst-Stolberg Hütte | G 12.10 | Kö 0001-0002 |
1931 legte die Hauptverwaltung (HV) der Deutsche Reichsbahn mit Verfügung vom 17.01.1931 die Bezeichnung Kleinlokomotiven fest und definierte erstmals zwei Leistungsgruppen:
Leistungsgruppe I für Loks bis einschließlich 39 PS Motorleistung (Nummernkreis 0001 - 3999) und
Leistungsgruppe II ab einer Motorleistung > 40 PS (Nummernkreis ab 4000).
Die Umzeichnungen der vorhandenen Loks können dem nebenstehenden Kasten entnommen werden.
Lange im Bestand der DRG halten konnten sich die Protoypen indes nicht. Die Ilsenburg-Loks schieden auf Grund großem Verschleiß und häufiger Störungen bereits im Jahr 1932 aus dem Bestand aus. In den Jahren 1935/1936 wurden auch die anderen Prototypen ausgemustert, größtenteils aber noch als Geräte oder Schleppfahrzeuge in den Werken der DRG bzw. der DRB, wie die Staatsbahn seit dem 02.02.1937 bezeichnet wurde, weiterverwendet.
Nach der Umzeichnung der Loks und der Festlegung der zwei Leistungsgruppen wurden für beide Klassen weitere Versuchsfahrzeuge beschafft, in deren Bau natürlich Erkenntnisse aus dem Testbetrieb der ersten Loks einflossen. Die weitere Entwicklung wird nun entsprechend der zwei Leistungsgruppen dargestellt.
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