Deutsche Kleinloks in Italien - eine unglaublich spannende und facettenreiche Geschichte!
In geringer Stückzahl waren Loks der Leistungsgruppe II im Krieg in Italien verblieben bzw. nach dem Krieg neu nach Italien geliefert worden. Auch wurden durch den italienischen Hersteller GRECO vereinzeilt Maschinen nachgebaut (zwei Stück sind bekannt). Ab Mitte der 1970er Jahre entwickelten sich die von der Deutschen Bundesbahn ausgesonderten Köf II zu einem regelrechten Exportschlager. Genaue Zahlen sind nicht bekannt - aber man geht von über 250 Maschinen aus, die den Weg nach Italien angetreten haben!
Die zur Feststellung genauer Stückzahlen dienende Quellenlage ist aus zwei Gründen sehr dürftig: Zum einen ist der größte deutsche Köf-Exporteur nicht sonderlich auf den Nachweis seiner Tätigkeit erpicht. Zum anderen genießt die Dokumentation der Herkunft, des Lebenslaufes und der Umbauten in Italien keine sonderlich hohe Priorität. So kommt es häufig dazu, dass selbst der Betreiber einer Lokomotive deren genaue Identität und Herkunft nicht kennt.
Das bisher umfangreichste Werk zur Geschichte der aus Deutschland nach Italien exportierten Lokomotiven liegt in Form des DREHSCHEIBE-Sonderheftes "Deutsche Loks in Italien" vor (seitens des Verlages noch zu beziehen). Auf Basis dieser Publikation und eigener Recherchen in Italien werden wir versuchen, zumindest einen Teil der Kleinloks in südlichen Gefilden vorzustellen.
Den Anfang machen die Firmen CLF und SerFer, deren Kleinlokbestand wir hier vorstellen. Des weiteren führen wir die Fahrzeuge der Leistungsklasse III auf, die bis heute nach Italien gegangen sind. Leider sind auch in diesem Bereich einige Fahrzeuge nicht identifiziert bzw. nicht mehr identifizierbar.
Für Ergänzungen und Korrekturen schickt uns bitte eine Mail.
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Farbfotos der FS 213 sind selten. Links ist 213.916 (exKö 4682) im Jahr 1979 in Bruneck (Südtirol) zu sehen. Die Aufnahme der 213.905 (exKö 4358) entstand 1973 im Bahnhof Merano. Rechts im Bild mit 213.902 (exKbe 4097) einer der beiden Exoten mit elektrischer Kraftübertragung 1984 in Rimini kurz vor der Zerlegung.
Nach dem Zweiten Weltkrieg verblieben zahlreiche deutsche Kleinloks, die durch die Wehrmacht eingesetzt wurden, in Italien. Die italienische Staatsbahn FS übernahm im Frühjahr 1945 17 Fahrzeuge in ihren Bestand. Zunächst liefen die Loks unter ihren alten Bezeichnungen. Etwa um 1953 wurden sie als Baureihe 213 eingereiht und als 213.901 - 917 bezeichnet.
1954 stieß mit einer O&K RL 3 als 213.918 noch eine weitere Lok von einer Werkbahn hinzu. Zwischen 1952 und 1961 wurden noch drei Lizenzbauten als 213.919 - 921 eingereiht, die hier jedoch nicht weiter betrachtet werden.
Bis auf eine Maschine ist bei allen Kleinloks die Herkunft bekannt. Für die 213.908 stehen zwei Fahrzeuge als mögliche Kandidaten zur Auswahl. Deshalb ist diese Betriebsnummer doppelt aufgeführt.
Die 213.913 erhielt auf Anregung des Depots Bologna im Februar 1974 ein Hydraulikgetriebe von Fiat. Obwohl sich das Getriebe im Betrieb bewährte, wurde in Anbetracht des Alters der Lok sowie der anstehenden Auslieferungen neuer Loks von einem Umbau aller Kleinloks abgesehen. Lediglich die 213.906 erhielt später noch ein hydraulisches Getriebe. Die Loks behielten ihre Fahrzeugnummer, eine Umzeichnung wie bei der DB war mit dem Umbau nicht verbunden.
Nach dem unfallbedingten Ausscheiden der 213.905 im Jahr 1978 wurden etwa um 1980 die beiden Exoten mit elektrischer Kraftübertragung (213.901 (exKöe 4082) und 213.902 (exKbe 4097)) ausgemustert. In den Jahren 1984 bis 1986 wurden dann die restlichen Kleinloks ausgemustert. Das Depot Verona Santa Lucia wurde als Auslaufdepot für die Reihe 213 bestimmt, die ab etwa 1982 durch Neubauten der Reihe 214 ersetzt wurde. Die meisten Kleinloks wurden anschließend verschrottet.
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Hauptabnehmer von deutschen Kleinlokomotiven sind die in Italien zahlreich vorhandenen Bauunternehmen. Dabei ist es häufig leider recht schwierig, ein Fahrzeug konkret einem bestimmten Bauunternehmen zuzuordnen. Hinzu kommen die auch in Italien typischen Veränderungen auf Unternehmensebene wie Umfirmierungen, Abspaltungen und Fusionen, die man auch erstmal nachvollziehen muss.
In vielen Fällen ist es unmöglich, die Herkunft einer irgendwo in Italien gesichteten Kleinlok zu klären. Die italienischen Werkstätten bieten zahlreiche Beispiele, wo bei einem Umbau kaum eine Schraube an ihrem Platz geblieben ist. Die entsprechenden Merkmale, die bei der Identifizierung einer Kleinlok helfen könnten, sind vielfach nicht mehr vorhanden. Wir haben nachfolgend versucht, die aus der einschlägigen Literatur bekannten Loks zusammenzufassen.
Kleinloks bei Werkbahnen in Italien (unvollständige Liste, wird laufend ergänzt!)
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1999 wurde die SerFer von der FS übernommen. Im selben Jahr übernahm die SerFer den Werkstattbetrieb von Bulfone in Udine.
Im Laufe der Jahre übernahm man die Betriebsführung von immer mehr Anschluß-, Hafen- und Industriebahnen, so dass die SerFer heute mehr als 70 Einsatzstellen in ganz Italien bedient. Mit der Übernahme dieser Bahnen wurde im Regelfall auch der jeweilige Fuhrpark in den Bestand der SerFer integriert. Somit hat diese heute eine Vielzahl der unterschiedlichsten Fahrzeuge im Bestand - darunter auch Kleinlokomotiven. Einige sind leider bis heute nicht genau zu identifizieren.
In der aktuellen Bestandsliste werden 12 Kleinlokomotiven deutscher Herkunft geführt.
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