ASF - Akkuschleppfahrzeug
Bereits Ende der 1920er, Anfang der 1930er Jahre experimentierte die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft mit Akku-Verschubgeräten verschiedener Hersteller. Beschafft wurden aber nur einzelne Exemplare für den Verschub in Bahnbetriebswerken.

Die Deutsche Reichsbahn griff Anfang der 1960er Jahre die Idee erneut auf. Vom DR-eigenen Forschungs- und Entwicklungswerk des Verkehrswesens in Blankenburg wurde 1964 ein Prototyp eines Akkuschleppers für den Bw-Verschub entwickelt. Der Serienbau startete ab 1966 bei LEW - Kombinat VEB Lokomotivbau-Elektrotechnische Werke "Hans Beimler", Hennigsdorf. Der Hersteller beschreibt sein Fahrzeugkonzept in einem Prospekt aus dem Jahr 1971 wie folgt:

"Das Akkuschleppfahrzeug EL 16 wird zur rationellen Gestaltung der Verschiebearbeiten in Bahnbetriebswerken, zum Umsetzen von Triebwagen, Diesel- und Dampflokomotiven sowie zum Bewegen vor Elektrolokomotiven bei fehlender oder abgeschalteter Fahrleitung eingesetzt.

Die Konstruktion des Akku-Schleppfahrzeuges stützt sich auf Teile der elektrischen Ausrüstung der Akku Grubenlokomotive EL 8, von der seit 1949 nahezu 500 Lokomotiven ausgeliefert wurden. 1966 wurde, die erste Serie des Akku-Schleppfahrzeuges an die Deutsche Reichsbahn ausgeliefert. Durch eine geänderte Getriebeübersetzung kann die Geschwindigkeit des Akku Schleppfahrzeuges so erhöht werden, dass es für kleine Betriebe, Hafenanlagen usw. rationell für den Verschiebe- und Zulieferdienst verwendet werden kann. Gerade für kleine Betriebe, bei denen sich die Anschaffung einer Diesel- oder Elektrolokomotive nicht amortisiert, werden die ökonomischen Vorteile eines Schleppfahrzeuges besonders deutlich sichtbar.

Geringe Anschaffungs- und Wartungskosten, keine Staub-, Geräusch- und Geruchsbelästigung sowie geringe Störanfälligkeit zeichnen das Fahrzeug aus."

Bis 1990 wurden 514 Fahrzeuge in vier leicht abweichenden Bauserien hergestellt. Der überwiegende Teil der Fahrzeuge wurde an die DR geliefert. Ein weiterer Großabnehmer war die PKP in Polen. Allerdings erhielten auch zahlreiche Industriebetriebe der DDR ASF direkt ab Hersteller.

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