Aufarbeitung
Zusammen mit Herrn Wolfgang Rotzler möchten wir Ihnen auf dieser Seite die Aufarbeitung einer Kleinlok der Leistungsgruppe II, stellvertretend von 322 607-3 (Kö 4293), aufzeigen.

1934 lieferte die Firma Krauss-Maffei unter der Fabriknummer 15429 die bei der DRG als Kö 4293 bezeichnete Maschine aus. Zum Jahreswechsel 1968 wurde sie im Zuge der Einführung der EDV-Nummern in 322 607-3 umgezeichnet. 1980 wurde die Lok aus dem Bestand der Bundesbahn ausgemustert und zum Verkauf angeboten.
Im Juli 1981 erfolgte der Verkauf an die Deutsche Hyperphosphat GmbH in Budenheim, welche die Maschine fortan als Lok "1" bezeichnete. Für die Zwecke der Firma wurden leichte Veränderung vorgenommen, unter anderem erhielt sie ein geschlossenes Führerhaus sowie andere, unpassende Vorbauklappen.

Bei der nun nachfolgend aufgezeigten Dokumentation wird ersichtlich, dass einige Kompromisse bezüglich des Erscheinungsbildes notwendig waren. Die Lok wurde in einem Betriebszustand hergerichtet, den sie selbst zu DB-Zeiten nie besessen hat, der aber dennoch typisch für andere Kleinloks der Leistungsgruppe II ist.

Das geschlossene Führerhaus aus der Werkbahnzeit blieb erhalten, die Vorbauklappen wurden jedoch wieder durch die alte Ausführung ersetzt. Heute repräsentiert sich die Maschine in der Lackierung und Beschriftung in einem Zustand, der bei der Deutschen Bundesbahn die Epoche IV darstellt. Die Lok ist daher als 322 607-3 auferstanden. Bevor die Lok demontiert wurde, bewegte sie sich am 01.11.2002 letztmalig in desolatem Zustand mit eigener Kraft.

Rückansicht der 322 607-3 vor Beginn der Demontage
Innenasicht des schrottreifen Daches
Demontagearbeiten
Abgebaute Ausrüstungsteile zum Sandstrahlen
"Pufferlos" im Hintergrund die ebenfalls in Aufarbeitung befindliche NTB-Diesellok V 3 (Mak 60 D 13, Bj.1953)
Auch kleinere Teile bedürfen einer gründlichen Aufarbeitung. Hier ist schön der Unterschied vor und nach der Aufarbeitung eines Zugspitzenlichtes zu sehen.
Schrottreifes Makrofon: Konnte bis auf die Signalhörner nur als Vorlage für den Neubau diesen.
Demontagearbeiten
Demontagearbeiten
Vom Rost zerfressene Kühlerjalousie: Die Aufarbeitung (teilweise Neuanfertigung war sehr zeitraubend).
Lok oder Schrott? 322 607-3 nach dem Naßsandstrahlen
Derzeitig ist in 322 607-3 (Kö 4293) der Kaelble Motor 15255 vom Typ GN 130 S aus dem Jahr 1954 eingebaut.
Fabrikschild des Nachschaltgetriebes
Fabrikschild des Flüssigkeitsgetriebes

Die weiteren Tätigkeiten

Die Lok wird zunächst einer umfangreichen Blechsanierung unterzogen, bevor es an die Technik geht. So sind unter anderem das Führerhausdach, zwei Seitenwände und die Bodenbleche an beiden Führerstandsseiten zu ersetzen.

Auch am Vorbau müssen insbesondere unter dem Hauptluftbehälter Bleche ersetzt werden. Die gesamte Kühlerjalousie ist vom Rost dermaßen zerfressen, dass diese neu angefertigt werden muss.

Zur Zeit befindet sich der Rahmen der Lok zu Grundierungsarbeiten in einer Halle.
Vorbereitung für Grundierungsarbeiten
Grundierung der rückwärtigen Seite
Erste Grundierungsarbeiten
Grundiertes Gerippe der Lok
Montage der ersten Bleche am Führerhaus
Monatagearbeiten am Führerhaus
Füherhausrohbau noch ohne Dach
Reste des Vorbau´s vor der Aufarbeitung
Überholte Wasserpumpe und erneuerte Keilriehmen
Detailansicht ohen Kühler
Überholter Kühler fertig zum Einbau
Vorbau fertig zum Aufsetzen auf die Lok
Überholter Sandkasten fertig zum Einbau
Montierter Kühler und Lokfrontansicht
Vorbau und Lok noch getrennt
Motor in farblicher Behandlung
Getriebe in farblicher Behandlung
Sockel für den Luftpresser: Luftpresser wurde zur Instandsetzung ausgebaut
Innenansicht im Führerhaus nach der farblichen Behandlung
Blick auf den Steuerstand im Führerhaus
Optisch bereits hergerichter Rahmen von unten nach Montage der überholten Bremshängeeisen
Langsam wieder als Lok zu erkennen
Blick auf die Rückfront
Detail im Führerhaus bei der Kompletierung
Makrofon im neugebauten Gehäuse
Details im Vorbau
Lok in der Aufbauphase
Höhergelegte Köf (Bild: Thomas Biller)
Beim Achstausch(Bild: Thomas Biller)
Fertig grundierte Lok
Seitenansicht
Rückfront vor der Lackierung
Lokbesitzer Wolfgang Rotzler (in orange) sowie Thomas Biller von der Fa.InfraServ/Wiesbaden
322 607 fertig grundiert
Die Aufbauen wurden bereits vollständig rot lackiert.
Die Aufbauen wurden bereits vollständig rot lackiert.
Die Aufbauen wurden bereits vollständig rot lackiert.

Es bleibt aber nach wie vor viel zu tun. So müssen noch beide Achsen ersetzt werden, da sich das Profil am Grenzmaß befindet. Ferner muss die gesamte Elektrik erneuert werden, bevor es zum Schluss an die Aufarbeitung der Bremsanlage geht.

Vom wirtschaftlichen Standpunkt ist die umfangreiche Aufarbeitung der Lok eigentlich nicht vertretbar, aber als Museumslok mit viel privaten Enthusiasmus durchaus, auch wenn das gute Stück halt leider in die Jahre gekommen ist.

Wenn Sie Fragen zur Aufarbeitung haben, können Sie sich auch gerne mit Herrn Wolfgang Rotzler direkt in Verbindung setzen.

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